10 Gebote für Ahnenforscher, die Du unbedingt beherzigen solltest

Bist Du Einsteiger in Sachen Ahnenforschung, weißt Du oft nicht, wo Du anfangen sollst, und konzentrierst Dich darauf, Dich mit dem Handwerkszeug vertraut zu machen und natürlich so viel wie möglich Daten zu sammeln. Dabei passieren gelegentlich Fehler oder Mißgeschicke, die für Probleme sorgen und schlimmstenfalls sogar einen großen Zeit- und Geldverlust bedeuten können.

Aber auch erfahreneren Ahnenforschern wie mir passieren immer mal wieder kleine Ärgerlichkeiten, die ich gern vermeiden möchte. Und ich wünschte, ich hätte bei meiner Ahnenforschung von Anfang an ein paar grundlegende „Goldene Regeln“ gehabt, an die ich mich hätte halten können, um meine Ahnenforschung noch ein bißchen „geschmeidiger“ zu machen.

Damit Du es gleich besser machen kannst, findest Du hier meine 10 Lieblingsregeln für Ahnenforscher:

 

1. Fang Deine Forschung unbedingt bei Dir an und arbeite Dich Generation für Generation zurück in der Zeit

Klingt vielleicht komisch, aber: Nur ein lückenloses Forschen ohne Auslassen einzelner Generationen kann garantieren, daß Du die richtige Familie erforschst – und nicht vielleicht aus Versehen eine Seitenlinie (Geschwister, Onkel etc.) oder womöglich sogar eine ganz andere Familie gleichen Namens.

 

2. Befrage alle lebenden Verwandten über sie selbst und bereits verstorbene Familienmitglieder

Die Zeit arbeitet in diesem Fall leider gegen uns Ahnenforscher. Befrage also rechtzeitig alle Deine noch lebenden Verwandten – nicht nur zu Fakten, sondern auch zu Anekdoten, Vorlieben etc. Und denke auch daran, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen u.a. andere Personen zu befragen, die in irgendeiner Form Kontakt mit den von Dir erforschten Personen hatten oder haben.

10 Gebote für Ahnenforscher

Die 10 Gebote für Ahnenforscher | Foto: Anja Klein, auf Basis von Pixabay – Lillaby

Passende Vorlagen zum Ausdrucken und Mitnehmen findest Du auf meiner Seite Stammbaum & Co: Ahnenforschung-Vordrucke für den schnellen Einstieg und im Ratgeberbereich unter Ahnenforschung-Vordrucke: eine Übersicht.

 

3. Notiere und zitiere immer Deine Quellen

In allem Überschwang angesichts eines online gefundenen Personenstandsdokuments oder eines anderen Fundstückes vergißt man leicht, die Quelle zu notieren, wo man fündig geworden ist. Also, unbedingt sofort notieren!

Und denk ebenso daran, für jedes Dokument immer die Quelle anzugeben, wenn Du es irgendwo verwendest – Du wirst es Dir selbst später danken, und auch andere Forscher können die Herkunft eines Dokuments so besser verifizieren.

 

4. Lies jedes Dokument gründlich durch und notiere alle Daten

Auch Informationen über Orte oder andere Personen wie z.B. Taufpaten in Geburtseinträgen, Trauzeugen bei Heiraten u.ä. können für die Ahnenforschung von Belang sein. Also, notiere jedes noch so kleine Detail. Solltest Du nicht alles entziffern können, laß es eine Weile liegen und sieh es Dir später wieder an. Oder bitte um Lesehilfe in einem der vielen Genealogie-Foren oder einer Facebook-Gruppe.

 

5. Denk immer daran, daß Daten aus Personenstandsurkunden fehlerhaft sein können

Die Angaben in Personenstandsregistern, Kirchenbüchern u.ä. werden meist von den entsprechenden Personen selbst gemacht. Sie können sich in emotional belastenden Situationen (wie z.B. bei der Anzeige des Todes eines Kindes) befunden haben oder konnten evtl. auch nicht lesen und/oder schreiben. Die angegebenen Daten können also möglicherweise Fehler wie Schreibfehler bei Namen oder Zahlendreher bei Lebensdaten enthalten.

Und auch die Datenerfasser der Kirchenbücher, Personenstandsregister etc. (z.B. Standesbeamte, Kirchenmitarbeiter) können Fehler machen.

 

6. Übernimm nie ungeprüft Daten anderer Forscher

Verlasse Dich ebenso wenig darauf, daß Daten anderer Forscher zu 100% stimmen – kopiere sie also nie ungeprüft in Deine Unterlagen und Deine Ahnentafel.

 

7. Behalte im Hinterkopf, daß jeder Name (Personen, Orte etc.) verschiedene Schreibweisen haben kann

Die Schreibweisen von Personennamen, Hofnamen, Ortsnamen etc. können sich im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen verändert haben, wie z.B. Rechtschreibreformen, mündliche Überlieferung und Schreiben nach Hörensagen, Migration in andere Sprachgebiete etc.

Verwende also verschiedene Schreibweisen bei Deinen Recherchen in Datenbanken oder bei Suchbeiträgen in Genealogie-Foren u.ä.

 

8. Tausche Dich mit anderen Ahnenforschern aus und teile Deine Erkenntnisse mit ihnen

Beteilige Dich vor Ort in genealogischen Vereinen und bei Ahnenforscher-Stammtischen. Oder tausche Dich im Internet in Ahnenforschungsforen, Mailinglisten oder Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter mit anderen Forschern aus.

Eine weitere gute Möglichkeit ist, die eigenen Daten auf einschlägigen Plattformen wie Ancestry, myHeritage, Geneanet oder Geni hochzuladen, damit andere Forscher ihre Daten abgleichen können – und Du selbst natürlich auch neue Daten entdecken kannst.

Und vergiß natürlich nicht, andere Familienmitglieder regelmäßig über Deine Fortschritte und Erkenntnisse auf dem Laufenden zu halten.

 

9. Speichere elektronische und papierne Quellen und Dokumente sofort ab

Denke daran, alle gefundenen elektronischen Dokumente und Quellen sofort auf dem Computer abzuspeichern bzw. mache Dir unbedingt vor Ort in Bibliotheken, Archiven etc. immer eine Papierkopie/Scan.

 

10. Lege regelmäßig Sicherheitskopien Deiner Forschungsergebnisse an

Das gilt für alle Unterlagen – sowohl digital als auch auf Papier.

Digitale Dokumente kannst Du auf externen Datenträgern wie einer Festplatte, CD oder DVD speichern. Alternativ kannst Du auch auf Datenspeicher in der Cloud zurückgreifen, wie sie z.B. Google, Apple, Dropbox*, Box, ASUS Webstorage* oder Microsoft anbieten.
Idealerweise kannst Du auch Anbieter nutzen, die die Daten auf Servern in Deutschland oder wenigstens der EU speichern.

Denke auch daran, Papierkopien digitaler und papierner Dokumente anzufertigen und diese feuersicher und wasserdicht z.B. im Tresor oder Bankschließfach zu deponieren.

 

Wenn Du diese Tips und „Goldenen Regeln“ beherzigst, kann Dir so mancher Ärger erspart bleiben. Für mich jedenfalls haben sie sich bewährt.

Welchen cleveren Tip kannst Du empfehlen? Welche „Regeln“ haben sich für Dich in Deiner Forschung bewährt? Teil Deine Gedanken gern hier im Kommentarbereich, bei Welt der Vorfahren auf Facebook oder bei Twitter.

 

 


Bildnachweis

 


 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich über:
avatar
wpDiscuz