Beiträge

Wenn die Welt plötzlich Kopf steht: Russland und seine Deutschen

In diesen Tagen jährt sich die Russische Revolution von 1917 zum 100. Mal. Ein Ereignis, das – zusammen mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges drei Jahre zuvor – das Leben der Familie meiner Großmutter väterlicherseits vor hundert Jahren komplett veränderte. Aber wie kam es dazu? Anlaß genug für mich, mal wieder meinen russischen Familienzweig und mit ihm die wechselvolle Geschichte der Deutschen in Rußland ein wenig zu beleuchten.

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Schlüsselmomente Ahnenforschung oder: Wie ich süchtig wurde

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade Schlüsselmomente Ahnenforschungdie von den Ahnenforschern von Der Archivbegleiter gestartet wurde. Hierbei geht es um Schlüsselerlebnisse, die jemanden dazu gebracht haben, mit der Ahnenforschung anzufangen. 


Begeisterung in Etappen

Also, wie bin ich zur Ahnenforschung gekommen? Da mußte ich doch schon genauer nachgrübeln. DEN einen Schlüsselmoment gab es bei mir nämlich eigentlich nicht, und auch zeitlich kann ich den Beginn nicht genau festmachen.
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Der Duellist: Eine Zeitreise ins St. Petersburg des Jahres 1860

Beim alljährlichen Filmfest München hatte ich mir in diesem Jahr ein paar russische Rosinen aus dem Filmkuchen herausgepickt. Von den Filmen, die in meine engere Auswahl gekommen sind, haben interessanterweise ausgerechnet drei Filme mit russischem Bezug am besten in meinen Zeitplan gepaßt. Das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen, als ich festgestellt hatte, daß neben den zwei russischen Filmen – Queen of Spades (Дама пик) und Der Duellist (Дуэлянт) – auch der dritte Film – der britische Lady Macbeth – auf einer russischen Vorlage (Lady Macbeth von Mzensk) basiert. Allen Filmen gemein ist jedenfalls eine extreme Blutrünstigkeit, Bildgewaltigkeit sowie auch eine enorme Destruktivität, Melancholie und Düsterkeit – letztere nach meinem Gefühl ein Ausdruck der legendären russischen Seele, mit der ich mich ja wegen meiner russischen Vorfahren auch schon länger auseinandersetze.
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Rasputin: Auf den Spuren einer Legende – zum 100. Todestag

Sankt Petersburg fasziniert mich. Das kommt nicht ganz von ungefähr, ist es doch die Geburtstadt meiner Großmutter Jeanette. Sie wurde dort zur Zeit der Russischen Revolution von 1905, wenige Tage vor dem Petersburger Blutsonntag im Januar geboren.

Für viele Städte habe ich meine eigene Lieblingsepoche. Sind das für meine Heimatstadt Berlin die 1920er Jahre oder für Paris die Belle Epoque der 1890er, so sehe ich St. Petersburg vor meinem inneren Auge irgendwie immer in der Zeit zwischen 1890 und 1917.

Mit den Wirren der Revolutionen, der großen Armut, der Kälte, aber auch der exorbitanten Pracht seiner Gebäude und dem Licht der ewigen Sommernächte. Und dann stelle ich mir vor, wie die Menschen – und vor allem meine Vorfahren – dort ihren Alltag gelebt und erlebt haben, welche Geschichten sich dort zugetragen haben.
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Adressen finden im Sankt Petersburg der Zarenzeit

Adressen finden Einwohnerverzeichnis Sankt Petersburg 1901 | Ahnenforschung Petersburg Russland

Einwohnerverzeichnis Sankt Petersburg 1901

In meinem Beitrag Russland: Spurensuche in Sankt Petersburg habe ich von meiner Reise ins russische Sankt Petersburg im Oktober 2014 berichtet.

Zur Vorbereitung darauf hatte ich alle mir bekannten Familiennamen in zwei online verfügbaren Einwohnerverzeichnissen von 1901 und 1913 nachgeschlagen und die gefundenen Personen und Adressen in eine digitale Karte von Google Maps eingetragen.

Wie finde ich dort Adressen von Vorfahren, die zu Beginn des 20. Jahrunderts in Sankt Petersburg gelebt hatten?

Erst einmal brauchst Du die kyrillische Entsprechung der von Dir gesuchten Familiennamen. Meine grundlegenden Russisch-Kenntnisse haben mir die Recherche natürlich sehr erleichtert, aber auch ohne Kenntnisse der Sprache und des kyrillischen Alphabets lassen sich die gesuchten Nachnamen recht einfach in den gescannten Einwohnerverzeichnissen finden. Also, nicht abschrecken lassen
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Russland: Spurensuche in Sankt Petersburg

Über 20 Jahre nach meinem letzten Besuch war es im Oktober 2014 soweit: endlich würde ich wieder nach Sankt Petersburg reisen. War ich aufgeregt! Denn in der langen Zwischenzeit war viel passiert. Ich hatte in den letzten Jahren im Rahmen meiner Ahnenforschung fleißig in zahlreichen Foren, Adreßbüchern, Familiendokumenten und weiteren Quellen aller Art recherchiert, um mehr über meine Petersburger Babuschka, ihre Familie und die Vorfahren in Rußland herauszufinden. Und nun wollte ich natürlich alles mit eigenen Augen anschauen – die Wohngebäude, Schulen, Kirchen und Straßen – und dort wandeln, wo meine Ahnen gelebt hatten.

Hatte ich Sankt Petersburg vom September 1994 her noch dunkel, grau, hektisch, unfreundlich und irgendwie unwirklich in Erinnerung, bot sich mir dieses Mal ein völlig anderes Bild. Mich erwartete eine moderne, freundliche und überraschend entspannte Metropole, in der ich mich vom ersten Moment an wohl – um nicht zu sagen: zu Hause – fühlte.

Vorbereitungen

In Vorbereitung auf die Reise hatte ich mir schon eine eigene Karte bei Google Maps erstellt, in der ich alle mir bekannten Adressen eingetragen und visualisiert hatte, an denen Familienmitglieder gewohnt und gearbeitet hatten. So hatte ich eine schöne Übersicht und konnte meine Laufwege planen.
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